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Gesundheit

Vorsicht Fälschung: Sicherheit beim Online Kauf von Medikamenten

VitaminpillenDer Internetversand von Medikamenten wird von Verbrauchern immer häufiger genutzt. Gleichzeitig erschüttern Meldungen über gefälschte Medikamente das Vertrauen der Kunden. Worauf müssen Verbraucher beim Online Kauf von Arzneimitteln achten?

Viele Deutsche bestellen in Online Apotheken

Immer mehr Deutsche kaufen Arzneimittel in Online Apotheken ein. Dies geht aus Studien des BITKOM-Verbandes hervor. 2013 haben etwa 16 Millionen Deutsche freiverkäufliche oder Apotheken- und rezeptpflichtige Arznei im Internet bei Versandapotheken bestellt. Das sind etwa 30 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres 2011 waren es nur 9 Millionen.

Seit 2004 ist der Versandhandel mit Medikamenten in Deutschland erlaubt. Seitdem ist die Anzahl der zugelassenen Versandapotheken schnell angestiegen. Aktuell sind in der BRD rund 3300 Online Apotheken registriert. Online Apotheken bieten viele Vorteile: Sie haben gewissermaßen 24 Stunden geöffnet, bieten rezeptfreie Artikel günstiger an als Präsenzapotheken und der Einkauf ist diskret.

Vorsicht Fälschung!

Doch der Online Versand von Medikamenten öffnet auch ein Tor für Fälschungen der Arzneiprodukte. Besonders der Bedarf an sogenannten „Life Style Medikamenten“ ist für Fälscher interessant. Diese Medikamente dienen nicht zur Heilung einer Krankheit, sondern zur Verbesserung der körperlichen Leistung. Dazu zählen u.a. Potenzmittel wie Viagra aber auch Haarwuchsmittel sowie Mittel zur Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung. Im besten Fall wirken sie kaum oder gar nicht, da der Wirkstoff entweder zu niedrig dosiert ist oder ganz fehlt. Im schlimmsten Fall treten gesundheits- und lebensgefährliche Nebenwirkungen auf, da weder Produktion, noch Hygiene und Dosierung den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Die Internetseiten von dubiosen Arzneimittel-Versandhändlern sehen oft seriös aus, sind es jedoch nicht.

Checkliste: Woran erkenne ich eine seriöse Online Apotheke?

Vollständiges Impressum
Die Webseite der Online Apotheke muss auf jeden Fall ein Impressum beinhalten. Fehlt dieses Element, dann ist schon Vorsicht angesagt. Das Impressum eines seriösen Versandhändlers muss folgende Angaben enthalten:

  • die Anschrift der Apotheke
  • den Namen des verantwortlichen Apothekers
  • die Telefonnummer
  • die Aufsichtsbehörde
  • die zuständige Apothekenkammer.

DIMDI-Logo als Siegel für Seriosität
Eine zugelassene Online Apotheke besitzt auf der Webseite das Siegel des Deutschen Institutes für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Klickt man darauf, gelangt man direkt zu dem Registereintrag. Da auch Siegel gefälscht werden können, ist es ratsam, auch einen Blick auf die Webadresse zu werfen. Hier sollte stehen: http://www.dimdi.de/static/de/index.html

Der Registereintrag verzeichnet:

  • den Namen der Versandapotheke
  • die Internetadresse(n)
  • Anschrift und Kontaktdaten der Apotheke
  • Anschrift der Präsenzapotheke (falls diese Angabe abweicht)
  • Name und Anschrift der Apothekenkammer und das Datum der Erlaubnis.

Eine in Deutschland zugelassene Versandapotheke ist demnach eine vollwertige Vor-Ort-Apotheke mit Versanderlaubnis.

Rezeptbestellung per Post
Seriöse Versandapotheken verkaufen rezeptpflichtige Medikamente nur gegen Originalrezept vom Arzt. Dieses muss der Patient per Post an die Versandapotheke senden. Manche Online Apotheken bieten für diesen Bestellprozess auch Freiumschläge an oder eine Gutschrift der Portokosten.

Fachkundige Beratung
Eine registrierte Versandapotheke muss ihren Kunden eine fachkundige Beratung an einer kostenfreien Telefon-Hotline anbieten. Diese Beratung muss vom pharmazeutischen Fachpersonal in deutscher Sprache erfolgen.

Keine Werbung für verschreibungspflichtige Arznei
In Deutschland ist Werbung für rezeptpflichtige Medikamente verboten. Einen seriösen Arzneimittelversand erkennt man daran, dass es im Shop keine Werbung und Sonderangebote und auch keine Abbildungen von verschreibungspflichtigen Präparaten gibt.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein Arzneimittelanbieter im Internet rezeptpflichtige Medikamente verkauft ohne ein Originalrezept vom Arzt zu verlangen. Auch Dumpingpreise sollten stutzig machen. Was viele Verbraucher zudem nicht wissen: Nach dem deutschen Arzneimittelrecht ist es Privatpersonen verboten, Medikamente aus dem Nicht-EU-Ausland zu bestellen. Spätestens beim Zoll werden derartige Sendungen sichergestellt.

Um die Verbraucher noch besser zu schützen und um gefälschte Medikamente aus dem legalen Vertrieb fernzuhalten, arbeiten Medikamentenhersteller, deutsche Großhändler und Apotheker zusammen an dem Projekt securPharm. Seit 2013 wird diese Fälschungsabwehr, mit der sich die Echtheit von Arzneimitteln prüfen lässt, getestet. In Zukunft soll sie flächendeckend zum Schutz vor Arzneimittelkriminalität eingesetzt werden.

Wer beim Online-Einkauf nicht mehrzahlen will, der sollte bei Online-Apotheken immer genau hinsehen. Einen Vergleich von Online Apotheken finden Sie bei Netzsieger. Hierbei können Sie direkt eine kompakte Übersicht, der Apotheken, welche aktuell mit besonders guten Testergebnissen bewertet werden, haben.

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Kommentarbereich

2 Kommentare zu “Vorsicht Fälschung: Sicherheit beim Online Kauf von Medikamenten”

  1. Gerade beim Kauf von Medikamenten sollte man sehr vorsichtig sein, da sie erhebliche Folgen für die Gesundheit nach sich ziehen können. Der Kauf im Internet ist vielleicht praktisch, da man alle Artikel auf einen Blick hat und sie bequem per Post geschickt bekommt. Auf der anderen Seite fehlt jedoch die fachkundige Beratung, und somit auch wichtige Hinweise für die Verwendung, Risiken, etc. Ich gehe daher lieber persönlich in die Apotheke und lasse mich dort beraten. Schließlich treffe ich dort auch auf Experten, die mir demzufolge dass für mich passende Produkt anbieten. All diesen Service findet man im Netz nicht.

    Hinzugefügt von Maximilian | September 11, 2014, 18:06
  2. Hallo

    ja aber wenn ich manch Apothekerin sehe ist es auch besser wenn mannnicht beraten wird. aber im Grunde gebe ich dir recht.

    Robert

    Hinzugefügt von Robert Lange | März 17, 2015, 16:54
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